Modellzug “Der Adler”

Modellzug “Der Adler”

Das Vorbild

Der Adler war die erste Lokomotive, die kommerziell erfolgreich im Personenverkehr und später auch im Güterverkehr in Deutschland fuhr. Er und seine Schwestermaschine der Pfeil wurden als Dampfwagen geführt. Das Eisenbahnfahrzeug wurde 1835 von der 1823 gegründeten Firma Robert Stephenson and Company im englischen Newcastle konstruiert und gebaut und an die Königlich privilegierte Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft in Nürnberg (LEG) für den Betrieb auf ihrer Strecke zwischen Nürnberg und Fürth geliefert. Die offizielle Eröffnungsfahrt der Bahn fand, nach mehrmaliger Terminverschiebung (als erster Termin war der Geburtstag Ludwigs I. am 25. August geplant, ein weiterer am 24. November), schließlich am 7. Dezember 1835 statt. Der reguläre Betrieb wurde am 8. Dezember 1835 aufgenommen. Nach nur 22 Betriebsjahren wurde die Lokomotive 1857 ausgemustert. Sie war mit der Schwesterlokomotive „Pfeil“ inzwischen tatsächlich nur noch die kleinste und schwächste Lokomotive auf dem europäischen Kontinent. Darüber hinaus war der Kohleverbrauch neuerer Dampflokomotiven inzwischen deutlich geringer geworden. Die Lokomotive wurde anschließend in Nürnberg als stationäre Dampfmaschine genutzt. 1858 verkaufte die Bahngesellschaft die Lokomotive mit dem Tender, aber ohne Räder und andere Anbauteile, an den Augsburger Eisenhändler Herrn Direktor Riedinger. Dort verliert sich die Spur des historischen ersten deutschen Triebwagens.

Von Beginn an war die Ludwigs-Bahn ein voller Erfolg. Zum einen wegen der Zeitersparnis. Zum anderen, weil die Fahrpreise mit 12 Kreuzer für die I. Klasse, 9 Kreuzer für die II. und 6 Kreuzer für die III. Klasse klug kalkuliert waren, denn die I. Klasse war genauso teuer wie eine wesentlich langsamere Fiakerfahrt. Dabei wurde sie fast ausschließlich im Personenverkehr verwandt, Güter wurden kaum befördert. Hinzu kam, dass die Lokomotive selbst viele Fahrgäste anzog, genau wie Lokführer William Wilson, der bald zu einer echten Attraktion wurde. So wurden 1835/36 knapp 440.000 Fahrgäste transportiert, 1836/37 467.304 – etwa doppelt so viele wie erwartet. Auch die Aktionäre freuten sich über diesen Zuspruch, denn sie erhielten eine noch höhere Rendite als die versprochenen zwölf Prozent ausgezahlt.

Am 17. August 1837 gab sich dann auch König Ludwig I., der bei der Einweihung gefehlt hatte, die Ehre. Überall wurde über neue Strecken nachgedacht und die Weiterentwicklung der Lokomotiven wurde rasant vorangetrieben. So galt der “Adler” nach nur zwölf Jahren schon als zu alt und schwach und wurde 1857 eingestellt. Die Lokomotive wurde wieder in ihre Einzelteile zerlegt und verkauft. Vom originalen Zug gibt es heute nur noch einen gelben Waggon, der im Nürnberger DB Museum zu sehen ist

Die Strecke selbst bekam durch die Pferdestraßenbahn Konkurrenz, die 1896 elektrifiziert wurde. Der Ausbau der Strecke wurde der Gesellschaft untersagt. Am 31. Oktober 1922 stellte die Ludwigseisenbahn schließlich ihren Betrieb ganz ein.

Zum 100 Jubiläums der Eisenbahn in Deutschland im Jahr 1935 wurde ein weitgehend dem Original entsprechender Nachbau durch die Deutsche Reichsbahn im Ausbesserungswerk Kaiserslautern geschaffen.

Das Model

Trix baute dieses Modell in den Jahren von 1962 bis 1966 in den unterschiedlichsten Varianten. Das mit vielen Details versehene Schmuckstück wurde auch von vielen “Nichteisenbahnern” erworben und als Schaustück in die Vitrine oder das Bücherregal gestellt. Mit der Bestellnummer 1530 war die Lok (ohne Motor, denn dieser war im nachfolgenden 1. Wagen eingebaut) mit ihren insgesammt 3 Wagen zum Preis von 55.- DM zu erhalten. Der 1. Wagen war geschlossen und für die 1. Klasse Reisenden, der zweite ebenfalls geschlossen für die 2. Klasse Reisenden und der 3. war offen für die 3.Klasse Reisenden. Mit seiner Gesamtlänge von 32,5 cm war und ist diese 1. Ausführung ein richtiger “Hingucker”.

Am ersten Personenwagen fehlen auf einer Seite alle drei originalen Aufstiegsleitern. Diese aus Plastik gefertigten, sehr filigrane Ausstattungsteile waren im Modellbahnbetrieb bei z.B. Entgleisungen immer sehr stark Abbruchgefährdet. Für einen Ersatz habe ich gesorgt, es sind drei aus einer Metall-Legierung gefertigte Aufstiegsleitern in der Ersatzverpackung beigefügt, welche problemlos eingesetzt werden können und nach einer Lackierung mit brauner Farbe sollte kein Unterschied zum Original mehr zu sehen sein. Weitere Einzelheiten sind Zustandsbericht beschrieben, welcher mittels dem unteren Link einzusehen ist: https://sparviel.com/product/zugpackung-der-adler/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.