
Die Saharauis sind ein indigenes Volk und eine Volksgruppe, die vor allem in der Westsahara beheimatet ist. Viele von ihnen leben heute als Flüchtlinge in Lagern in Algerien, da das Gebiet der Westsahara seit Jahrzehnten umstritten ist. In der Westsahara gibt es kein eigenes nationales Eisenbahnnetz und keine regulären Personenbahnhöfe. Dennoch existiert auf dem Territorium eine der faszinierendsten und extremsten Schienenpassagen der Welt .Das gesamte Schienennetz der Westsahara besteht aus einem einzigen, rund 5 Kilometer langen Streckenabschnitt. Es handelt sich um ein Teilstück der berühmten Bahnstrecke Nouadhibou–M’Haoudat (auch bekannt als Mauretanien-Bahn). Die Strecke verlief ursprünglich komplett auf mauretanischem Staatsgebiet, musste dort jedoch ein gebirgiges Hindernis per Tunnel passieren. Um den schwierigen und wartungsintensiven Tunnelabschnitt zu umgehen, einigte man sich auf eine Neutrassierung. Seit 1978 führt die Schienenader in flachem Terrain für ein kurzes Stück über die Grenze in die völkerrechtlich umstrittene Westsahara (nahe der mauretanischen Ortschaft Choum). Dieses kurze Gleisstück in der Westsahara wird täglich von einem der längsten und schwersten Güterzüge der Welt befahren. Der Zug transportiert primär Eisenerz aus den Minen von Zouérat zum Atlantikhafen in Nouadhibou. Die Züge werden von der Minengesellschaft SNIM betrieben, sind bis zu 2,5 Kilometer lang und ziehen über 200 Waggons mit einem Gesamtgewicht von über 17.000 Tonnen. Obwohl es ein reiner Industriezug ist, wird am Ende oft ein Personenwagen angehängt. Abenteurer und Einheimische nutzen jedoch häufig die kostenlose (und extrem staubige) Mitfahrfahrmöglichkeit direkt oben auf dem geladenen Eisenerz in den offenen Waggons.




