Karte zum Festessen im Gasthaus zum Lamm in Schramberg

Karte zum Festessen im Gasthaus zum Lamm in Schramberg

350,00

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Zur Bahneröffnung Schramberg nach Schiltach am 08.10.1892.

Bildmotiv: Einladungskarte zum Festessen an Herrn Karl Kunz.

Hinweis: Die Bahnstrecke Schiltach–Schramberg war eine Nebenbahn in Baden-Württemberg. Sie führte im Schwarzwald von Schiltach nach Schramberg. Mit den Planungen zur Schwarzwaldbahn wurde auch die Trassenführung über das Schiltachtal, die sogenannte Schiltachlinie, in Betracht gezogen. Diese wäre wesentlich günstiger gewesen als die letztendlich ausgeführte Sommeraulinie, nur konnte man sich damals im badischen Landtag nicht vorstellen, eine Bahn über das württembergische Ausland, nämlich über das Gebiet der Stadt Schramberg, zu führen. Dem badischen Oberbaurat Robert Gerwig ist letztendlich die Gebirgsbahn über die Sommeraulinie zu verdanken. Der Bau erfolgte von Schramberg aus und wurde nur vom württembergischen Staat finanziert, obwohl fast sieben von neun Kilometern der Strecke auf badischem Gebiet lagen. Wie bei Nebenbahnen üblich, wurden auch die (württembergischen) Gemeinden zur Teilfinanzierung herangezogen.

Bei der feierlichen Bahneröffnung am 8. Oktober 1892 fand das offizielle, grandiose Festessen im Gasthaus „Lamm“ in Schramberg statt.
Die Schramberger Bürgerschaft und die beteiligten Industrieunternehmen scheuten für diesen historischen Tag weder Kosten noch Mühen. Das opulente Festmahl bildete den gesellschaftlichen Höhepunkt der Einweihungsfeierlichkeiten. Insgesamt nahmen 200 geladene Ehrengäste an dem Festessen teil. Unter ihnen befand sich die gesamte Schramberger Prominenz aus Industrie, Politik und Beamtenschaft sowie hochrangige Delegationen und Gemeinderäte aus den Nachbarorten wie Schiltach.
Karl Kunz war im Mai 1884 eine der treibenden Kräfte bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schiltach. Nach verheerenden Bränden im 19. Jahrhundert, die das historische Fachwerkstädtchen Schiltach mehrfach bedrohten, reichte die bisherige, schlecht organisierte Pflichtfeuerwehr nicht mehr aus. Karl Kunz schloss sich deshalb mit anderen engagierten Bürgern zusammen, um den Brandschutz auf eine professionelle, freiwillige Basis zu stellen. Gemeinsam mit lokalen Vordenkern wie Gustav Karlin, Heinrich Ziegler und dem stellvertretenden Schultheißen (Vize-Bürgermeister) Christian Trautwein bildete Karl Kunz das erste Organisationskomitee. Im Mai 1884 reichten die Pioniere die Statuten ein. Kurz darauf traten die ersten Schiltacher Bürger aktiv in den Dienst ein, um sich in Abteilungen wie Steiger, Retter und Spritzenleute aufzuteilen. Karl Kunz und seine Kameraden übten damals noch unter harten Bedingungen mit handbetriebenen Saug- und Druckspritzen und ledernen Löscheimern. Die Wasserversorgung musste mühsam über Eimerkessel aus der Kinzig oder dem Schiltach-Fluss organisiert werden. Die Gründerväter der Feuerwehr waren dieselben Honoratioren, die acht Jahre später auch das große Festessen zur Bahneröffnung im Gasthaus „Lamm“ organisierten und besuchten. Christian Trautwein, der Feuerwehr-Mitgründer an der Seite von Karl Kunz, hinterließ die detaillierten Berichte über diesen historischen Festtag am 8. Oktober 1892.
Ein kurioser Zwischenfall während des Essens ereignete sich am Bahnhof ein spektakulärer Unfall, der fast in einer Katastrophe geendet hätte:
Am Nachmittag machten sich im Bahnhof Schramberg drei Güterwagen selbstständig. Aufgrund des starken Gefälles der Strecke rasten die Waggons völlig ungebremst die knapp neun Kilometer lange Trasse hinab in Richtung Schiltach. In Schiltach reagierte das Bahnpersonal geistesgegenwärtig und leitete die Geisterwagen auf ein Nebengleis um, wo sie schließlich ungebremst in einen dort stehenden Zug krachten. Es entstand erheblicher Sachschaden, aber wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt – und die Festgesellschaft im „Lamm“ konnte ihr Bankett ungestört zu Ende führen.

 

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Beschreibung

Nennwert:                                Ohne

Land/Gebiet:                           Deutschland

Ausgabejahr:                           1892 – gedruckt von der Druckerei

                                                      H.Hammel in  Schramberg

Michel-Nummer:                    Ohne

Zustand:                                     Tadellos, ohne Beschädigungen

Gebraucht

Ungebraucht

Postfrisch                                     X

Besonderheit:                            Es handelt sich um ein einmaliges

                                                         Unikat mit einem historischen

                                                          Hintergrund.

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